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Letztes Update:

08.11.2010

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Mauer vor der Ziegelei Zwinge bei Duderstadt, ca. 1965

© B.Siemers

 

Grenzerinnerungen

Es gibt heutzutage viele verschiedene Ansätze, eine Aufarbeitung des Leids vorzunehmen, das vielen Menschen durch die kommunistische Diktatur in der ehemaligen DDR bis 1989 widerfahren ist. Sei es durch eine Beschäftigung mit der SED-Diktatur und ihrem Staatssicherheitsdienst im Allgemeinen oder durch eine Konzentration auf eine der vielen Facetten des DDR-Unterdrückungsapparates. Als Beispiele seien hier nur genannt die Zwangsadoptionen, die Jugendwerkhöfe, die Umweltzerstörung und der Vollzug der Todesstrafe. Ein sehr gewichtiger Aspekt der Unterdrückung zwischen Elbe und Oder war das DDR-Grenzregime und das von ihm errichtete Bauwerk. Um diesen Aspekt soll es hauptsächlich in dieser Webseite gehen.

Von 1952 bis 1989 hinderte ein ausgeklügeltes System von Sperranlagen Menschen daran, ohne staatliche Genehmigung von Ost- nach Westdeutschland, von der Deutschen Demokratischen Republik in die Bundesrepublik Deutschland zu gelangen. Die Länge dieser Grenze zwischen den Machtblöcken des Kalten Krieges, die von den Regierenden der DDR "Staatsgrenze-West" und von den Menschen in West und Ost bis zum Schluß häufig "Zonengrenze" genannt wurde, betrug exakt 1393 km. West-Berlin war seit 1961 auf einer Länge von 193 km von seiner östlichen Hälfte bzw. seinem Umland abgeschnitten. 

Oft stand der Autor dieser Webseite, Jahrgang 1967, vor dem Herbst 1989 an der innerdeutschen Grenze und an der Berliner Mauer. Häufig war er auch in der DDR, wo er über die Evangelische Kirche seit 1984 tiefe Freundschaften geknüpft hatte. Mit der Teilung hatten sich beide Seiten abgefunden. Sie dachten - wie die meisten anderen auch - , die Grenze zwischen den Deutschen würde noch Jahrhunderte bestehen. Deshalb machte auch der Autor relativ wenig Fotos. Warum sollte man etwas fotografieren, was immer wieder besichtigt werden kann?

Schon bald nach der Wende in der DDR zeichnete sich ab, wie wichtig die Erinnerung an die Grenze ist - wurden doch die Grenzanlagen bereits 1990 mit atemberaubender Geschwindigkeit abgerissen und beseitigt, in Berlin noch gründlicher als an der innerdeutschen Grenze. Das Hauptinteresse des Autors galt und gilt deshalb den Resten dieses "Deutschen Bauwerks" (Zitat aus dem Buch von Ritter / Lapp) aus Beton und Stahl, das Europäer von Europäern, Deutsche von Deutschen, Kirchen von Kirchen, Verwandte von Verwandten und Freunde von Freunden trennte. Denn die gegenwärtige und vor allem spätere Generationen dürfen niemals vergessen, was totalitäre Regime anrichten können und dass insbesondere die persönliche Freiheit ein unantastbares Menschenrecht ist und bleiben muß.

Da über die Berliner Mauer inzwischen viele gute Webseiten existieren (s. die Linkliste), geht es auf dieser Seite hauptsächlich um die innerdeutsche Grenze, die am Priwall an der Ostsee begann und sich wie ein Bandwurm bis nach Prex an der tschechischen Grenze zog. Die auf vielen Reisen entstandenen Fotos sind geographisch von Nord nach Süd angeordnet, beginnend mit der Halbinsel Priwall an der Ostsee.

Die meisten Fotos aus der Zeit vor der Wende stammen von der Grenzschutzschule Lübeck, von Herrn Peter Matera, Lübeck, von Herrn Bronger Siemers, Warsingsfehn und von Herrn Ludwig Richter, Bad Sooden-Allendorf. Ihnen sei dafür herzlich gedankt.  Die meisten Aufnahmen aus der Zeit nach der Wende wurden vom Autor selber fotografiert, einige auch von Verwandten, Freunden und Bekannten. 

Die ältesten Bilder reichen bis in die sechziger Jahre zurück, die bislang jüngsten stammen vom August 2007. Neue Bilder werden dann im Laufe der Zeit ständig ergänzend veröffentlicht. Viele Fotos sind eher unspektakulär. Die Reste von Grenzanlagen haben oft wenig Aussagekraft und ihren bedrohlichen Charakter verloren. Es geht dem Autor aber vor allem darum, gerade diese Reste zu dokumentieren, bevor sie vollständig verschwunden sind bzw. niemand mehr sagen kann, was dieses oder jenes Relikt wohl einmal gewesen sein mag.

Ein besonderer Dank auch an Herrn Ingolf Hermann, Mitarbeiter des Deutsch-Deutschen Museums in Mödlareuth. Vom ihm stammen die meisten Grafiken auf dieser Webseite. 

Ein weiterer Schwerpunkt dieser Webseite sind Dokumente und Zeitzeugenberichte über den Alltag der Teilung und über das Leid, das diese Grenze über die Menschen in Deutschland, vor allem in der ehemaligen DDR gebracht hat.

Wer sich tiefer mit der Geschichte der deutschen Teilung und ihrer Aufarbeitung beschäftigen möchte, sei auf die Literaturliste verwiesen. 

Jede Art von "Ostalgie" liegt dem Autor dieser Seite fern. Es geht vor allem um Mahnung vor den Gefahren einer Diktatur und um Erinnerung an die Opfer des DDR-Grenzregimes. 

Besonderen Wert legt der Autor außerdem auf die Feststellung, dass es niemals eine Deutsche Teilung gegeben hätte, wenn nicht von deutschem Boden ein mörderischer, in der Geschichte der Menschheit unvergleichlicher Krieg ausgegangen wäre, der ganz Europa in den Abgrund gestürzt hat.

Außerdem ist er der festen Überzeugung, dass letztlich nur die Nächstenliebe äußere und innere Grenzen zu überwinden vermag. Deshalb wurde ein Vers aus der Bibel (Maleachi 2,10) dieser Webseite vorangestellt.

Über Reaktionen auf diese Webseite würde sich der Autor sehr freuen (s.das Gästebuch und die Rubrik "Kontakt"). Gleichwohl behält er sich vor, die DDR-Grenze oder das DDR-Regime verharmlosende oder verklärende Beiträge aus Rücksicht auf die Opfer dieser Grenze wieder aus dem Gästebuch zu streichen.

 

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